Nowy Tomyśl (Neutomischel)

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NOWY TOMYŚL (Neutomischel)

Kreisstadt am Fluss Szarka, ca. 62 km westlich von Poznań, auf der Achse Warschau–Poznań–Berlin. Das Wappen von Nowy Tomyśl knüpft an das Wappen Łodzia an, das der Gründer und Eigentümer der Stadt Feliks Szołdrski in seinem Siegel führte. 

Geschichte

Die Stadt wurde erst am 8. April 1786 bei der bereits früher für die Siedler, die sich überwiegend zum protestantischen Glauben bekannten, erbauten evangelischen Kirche gegründet. Nowy Tomyśl war fast bis Ende des 19. Jahrhunderts die einzige Stadt in Wielkopolska ohne katholische Kirche. Dem alten Dorf, das 1296 als Thomisle erwähnt wurde, wurde das Attribut „stary“ (alt) hinzugefügt. Und so entstand das Dorf Stary Tomyśl nebem der neuen Stadt, welche die Rolle eines Handwerks- und Dienstleistungs-, vor allem aber Handelszentrums für die in der Nähe befindliche  Olęderski-Besiedlung zu spielen begann. Erwähnenswert ist, dass die Umgebung von Nowy Tomyśl das größte Gebiet der Olęderski-Besiedlung in Wielkopolska ist. 

Nach der zweiten Teilung Polens 1793 befand sich die Stadt im preußischen Staat. In den Jahren 1807–1815 gehörte sie dem Herzogtum Warschau an. Nach dieser Zeit geriet es erneut unter die Herrschaft der westlichen Annexionsmacht. Am 3. Januar 1919 befreiten die großpolnischen Aufständischen die Stadt. Während der Nazibesetzung legten die Nazis besonderen Nachdruck auf die Germanisierung dieses Gebiets. Die Polen wurden ins Generalgouvernement umgesiedelt oder zur Zwangsarbeit ins Reich deportiert.  

Derzeit ist Nowy Tomyśl ein bedeutendes Industriezentrum, doch auch ein Oberstufenzentrum (gymnasiale Oberstufe, berufsbildendes Gymnasium und Berufsschule). Nowy Tomyśl ist außerdem die Hauptstadt des Spargelreviers von Wielkopolska. Dieses Gemüse wird erfolgreich auf die Märkte Westeuropas exportiert.  

Sehenswürdigkeiten

Auf dem Chopin-Platz steht das ehemalige Gotteshaus des Allerheiligsten Herzen Jesu aus den Jahren 1778-1779. Auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit gleich langen Armen errichtet, ist es mit der Geschichte und der Gründung der Stadt verbunden.  

Nowy Tomyśl kann sich des weltgrößten Weidenkorbs rühmen. Dieses Prachtstück ist ein Werk der einheimischen Korbflechter. Jędrzej Stępak hat den 17,3 m langen und 9,5 m breiten Korb entworfen. 

Auf der südöstlichen Seite der Stadt im Park steht das hölzerne Jagdhaus von 1977, das seit 1986 das Museum der Korbflechterei und des Hopfenanbaus beherbergt. 

Mehr: 

http://www.nowytomysl.pl/?lang=de

 

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