Września (dt. Wreschen)

Kapitel: Geschichte
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WRZEŚNIA (dt. Wreschen)

Kreisstadt auf der Ebene von Września (Równina Wrzesińska) am Fluss Wrześnica, ca. 50 km östlich von Poznań. Mit Września assoziiert sich vor allem der historische Streik der Kinder von Anfang des 20. Jahrhunderts, die dagegen protestierten, dass der Religionsunterricht in deutscher Sprache abgehalten wurde. 

Geschichte 

Die erste Erwähnung von Września befindet sich in einem 1256 in Poznań erschienenen Dokument, die Stadtgründung wird auf die Mitte des 14. Jahrhunderts datiert. Es war eine Privatstadt, die der Familie Poraj gehörte. Im Mittelalter gewährleistete die Lage am Handelsweg nach Gniezno die Entwicklung von Września. Damals entfalteten sich Handwerk und Handel.  

Während des schwedischen Überfalls (1655–1660) wurde die Stadt niedergebrannt, später wurde sie mehrmals von Pestepidemien heimgesucht. Seit der zweiten Teilung Polens 1793 geriet sie unter preußische Herrschaft. In der Zeit der napoleonischen Ära befand sie sich in den Grenzen des Herzogtums Warschau  (1807–1815). Nach den in Versailles getroffenen Bestimmungen wurde die Stadt wiederum Preußen einverleibt.  

1841 erlangte Września kraft eines Sonderdokuments die Selbstständigkeit und befreite sich von den Einflüssen der Privateigentümer. Während der Ereignisse des Völkerfrühlings (1848), schlugen die Aufständischen unter dem Kommando des Diktators Ludwik Mierosławski bei Sokołowo eine siegreiche Schlacht gegen die Preußen.  

Es war jedoch das Heldentum der Kinder und nicht der Erwachsenen, das Września durch den allgemein bekannt gewordenen Streik gegen die Germanisierungsversuche berühmt gemacht hat. Im Mai 1901 protestierten die Kinder von Września gegen den Religionsunterricht in deutscher Sprache. Mit der Absicht, ihren Widerstand zu brechen, verhängten die Preußen empfindliche körperliche Strafen, auch in Form von Massenprügel.   

Während der Ereignisse des Großpolnischen Aufstands (1918–1919) befreite das Aufständischenbataillon von Września die Stadt bereits am 28. Dezember 1918 — knapp einen Tag nach dem Ausbruch des Aufstands in Poznań. Am 22. Januar 1945 wurde die Stadt durch die sowjetischen Soldaten der 1. Weißrussischen Front von der Nazibesetzung (1939–1945) befreit. 

Derzeit ist sie ein bedeutendes Industrie- und Dienstleistungszentrum sowie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.  

Sehenswürdigkeiten

In der Dzieci-Wrzesińskich-Straße (Kinder-von-Września-Straße) im Gebäude der ehemaligen preußischen Elementarschule befindet sich das Museum „Kinder von Września“

Ein wichtiges Denkmal der Stadt ist die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und des hl. Stanislaus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Daneben steht ein zeitgenössisches Denkmal von Johannes Paul II. Der Papst wird in fortgeschrittenem Alter als Symbol für das Ende des irdischen und Ankündigung des neuen Lebens gezeigt.  

Das den heldenhaften Kindern von Września gewidmete Denkmal, das von  Jerzy Sobociński entworfen wurde, steht in der Harcerska-Straße. Daneben befindet sich der fast 20 ha große Park „Kinder von Września“. Im Park steht ein eklektisches Palais aus dem Jahre 1870. 

Am Ufer des Stausees im Stadtteil Lipówka kann man die hölzerne Heiligkreuzkapelle von 1664 sehen. Auf dem Gebiet von Sokołowo, das an Września grenzt, steht ein Obelisk zum Gedenken an die Aufständischen, die hier siegreich gegen die Annexionsmacht gekämpft haben. 

Mehr: 

www.wrzesnia.pl/index.php?act=1&id=395&sid=82&lang=de

 

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