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Das Schloss in Kórnik

Kapitel: Architektur
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KÓRNIK

Stadt im Kreis Poznań auf der Ebene von Września am Ostufer des Kórnik-Sees an der Straße von Poznań nach Kalisz.

Das Schloss in Kórnik ist eines der am häufigsten besuchten Denkmäler in Wielkopolska. Seine Entstehung und seinen Glanz verdankt es zwei hervorragenden Geschlechtern aus Wielkopolska – der Familie Górka des Wappens Łodzia und der Familie Działyński des Wappens Ogończyk.

Erste Erwähnung von 1426 (Vertrag des Eigentümers – Mikołaj Górka mit dem Zimmermann über Arbeiten am Schloss). Von einem Graben umgeben, aus zwei Flügeln bestehend, war die Wehrresidenz von Süden her über eine Zugbrücke zugänglich. Der letzte mit Kórnik verbundene Vertreter der Familie Górka war Stanisław, der 1574 Heinrich von Valois in seinem Schloss zu Gast hatte. Zu seiner Zeit erfolgte vermutlich der Ausbau des gotischen Gebäudes um den Nordteil.
Der nächste Eigentümer, Zygmunt Grudziński, der Woiwode von Inowrocław, empfing 1623 König Sigismund III. in Kórnik.

1676 wurde die Immobilie von der Familie Działyński gekauft. 1732 wurde Teofila primo voto Szołdrska, secundo voto Potulicka Eigentümerin von Kórnik (auch heute kann man sie sehen, tagsüber auf dem Porträt im Esszimmer und nachts als Geist im Park – sie ist die berühmte „Weiße Dame”), die den früheren Adelssitz in eine Barockresidenz mit Garten verwandelte. Es gab dort u.a. ein Gebäude für die Seidenraupenzucht, bei dem Maulbeerbäume gepflanzt wurden.

1826 erbte Tytus Działyński das Anwesen. Er bestimmte das Schloss zum Familiensitz und sicheren Ort für seine Büchersammlung und seine Militaria-Kollektion. 1828 beendete der bekannte Berliner Architekt Karl Friedrich Schinkel die Pläne für den Umbau des Schlosses im neugotischen Stil. Für die Bibliothekssammlungen, die Militaria und die Kunstwerke wurde der Mauretanische Saal bestimmt – der größte in der Residenz. Die die Fassade und die Innenräume zierenden Wappen der Familie Działyński (Ogończyk) und der Familie Zamoyski (Jelita) taten kund, wer Eigentümer des Schlosses in Kórnik ist. Die Wappen Ogończyk und Pogoń der Familie Czartoryski deuteten auf die folgenden Gutsherren hin. An der Decke des Esssaals waren Wappen bekannter polnischer Geschlechter angebracht, und weitere über der Treppe, die in das letzte Geschoss führt, setzten den früheren Schlosseigentümern ein Denkmal.

An den Glanz des polnischen Staates vor den Teilungen erinnerten die Wappen der Woiwodschaften im Mauretanischen Saal. Der Wohnbereich nahm das zweite Geschoss ein. Nach Tytus erbte dessen Sohn Jan das Anwesen. Zu jener Zeit wurde der Großteil der Büchersammlung von Kórnik in für diesen Zweck angepassten Räumen untergebracht. Jan richtete auch das Schlossmuseum ein. Der Garten wurde zu einem romantischen Park umgestaltet. Die Pflanzenschule beim Garten wurde ausgebaut.

Nach dem ohne Nachkommen 1880 verstorbenen Jan Działyński erbte sein Neffe, Władysław Zamoyski, das Anwesen in Kórnik mit dem Schloss und allen Mobilien. 1885 war er gezwungen worden, Kórnik zu verlassen. 1920 kehrte er wieder zurück. Władysław Zamoyski, überzeugt davon, dass das Anwesen zusammen mit der kostbaren Büchersammlung der Gesellschaft dienen sollte, gründete vor seinem Tod (1924) die Stiftung „Zakłady Kórnickie”, der er im Testament das gesamte Vermögen in Zakopane und Kórnik vermachte. 1925 wurde die Stiftung vom Senat bestätigt und verwaltete das Geschenk von Władysław Zamoyski. Seit 1952 wird das Schloss mit der Bibliothek und den Sammlungen von der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Bibliothek von Kórnik) verwaltet.

Bis heute sind die Innenräume mit Möbeln erhalten geblieben, die dort zu Zeiten der Familie Działyński standen. Unter den Gemälden befinden sich Porträts der ehemaligen Eigentümer und in den Museumsräumen kann man – neben den Militaria – wertvolle Gegenstände bewundern, die einst den Personen gehört hatten, die früher in dieser Residenz wohnten.

 

Zamek w Kórniku
ul. Zamkowa 5
Tel. +48 61 817 00 81

Mehr:
www.bkpan.poznan.pl/english/library/index.html
 

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