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Die Heiligkreuzkirche in Leszno (Lissa)

Kapitel: Architektur
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LESZNO (Lissa)

Kreisstadt ca. 80 km südlich von Poznań.

Die erste lutherische Kirche in Leszno wurde an dieser Stelle 1635 errichtet. Sie ging 1656 und die folgende 1707 in Flammen auf. Das Projekt der dritten lutherischen Kirche fertigte Pompeo Ferrari an, den Bau führte sein naher Mitarbeiter, Jan Adam Stier, durch. Die Kirche wurde 1715 in vereinfachter Form fertig gestellt, anders als der Plan vorgesehen hatte, denn in der Zeit der Gegenreformation durfte sie nicht prächtiger sein als das benachbarte katholische Gotteshaus (die Nikolauskirche). Trotzdem galt sie als schönstes lutherisches Gotteshaus in Wielkopolska. Nach dem Brand von 1790 wurde die Kirche in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Aus jener Zeit stammt die Innenausstattung. 1909 wurde der Turm mit einem 1743 von Karl Martin Frantz projektierten Turmhelm bedeckt. 1977 übernahm der Kirchensprengel St. Nikolaus die Kirche. Während der Generalrenovierung wurden die stark zerstörten Seitenemporen (Balkone) entfernt. 1982 wurde die römisch-katholische Pfarrgemeinde errichtet.

Das Kircheninnere präsentiert die für Pompeo Ferrari typische zentrale Anordnung. Den Raum des Kirchenschiffs organisieren acht Pfeiler, von denen die beiden östlichen den Hauptaltar einrahmen. Die Wände schmücken toskanische Pilaster. Der Hauptaltar, eine Stuckarbeit, stammt von 1804. In seinem Zentrum ein Kruzifix, das 1986 von Tomasz Michalik aus Rawicz angefertigt wurde. Die Kanzel stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. An der Kanzel eine Tafel, die des hervorragenden Predigers und Dichters Johann Heermann (1585 – 1647) gedenkt. Hinter dem Hauptaltar sind Grabplatten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten geblieben. In der Kirche hat sich der dekorative Keramikfußboden vom Ende des 19. Jh. erhalten.

Das Lapidarium bei der Heilig-Kreuz-Kirche wurde in den Jahren 1950-1959 geschaffen. Es stellt einen einmaligen Komplex von über 100 in Sandstein gehauenen, frei stehenden Grabsteinen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zum 19. Jahrhundert dar. Sie befinden sich an den Mauern des Gotteshauses und an der Mauer, die den Kirchplatz umgibt. Die meisten davon wurden von den nach dem Zweiten Weltkrieg liquidierten protestantischen Friedhöfen in Leszno – der Böhmischen Brüder, der Kalvinisten und der Lutheraner – hierhin versetzt. Der älteste Grabstein von 1625, der den Schmied Nitsch darstellt, befindet sich an der südwestlichen Mauerecke des Platzes an der Kirche.

In dem an die Heilig-Kreuz-Kirche grenzenden Gebäude des ehemaligen evangelischen Pfarrhauses ist das Bezirksmuseum in Leszno mit einer einmaligen Sammlung von Epitaphientafeln und Sargporträts untergebracht.
 

Anschrift:
pl. Metziga 19
64-100 Leszno
Tel. +48 65 529 91 24



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