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Gut und Böse in Stein gebannt

Kapitel: Superlative
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Das kleine Städtchen Strzelno am Piastenweg besitzt ungewöhhnliche romaniche Denkmäler. Auf dem Wojciech-Hügel stehen zwei romanische Kirchen nebeneinander, der einzige derartige Komplex in Polen. Auf den ersten Blick sticht die kleine Kirche des hl. Prokop hervor, die im 12. Jahrhundert aus Stein gehauen wurde. Die dicken Mauern, die kleinen Fenster und der zergliederte Gebäudekörper, der aus regelmäßigen geometrischen Figuren besteht, lassen keinen Zweifel daran, dass es sich um ein romanisches Bauwerk handelt. Aber nicht die Kirche des hl. Prokop ist das wertvollste Objekt in Strzelno.

Im zweiten Teil des Hügels befindet sich eine ehemalige Norbertanerkirche – die Dreifaltigkeitskirche. Während der Restaurierung der Kirche in den Jahren 1945-1953 wurden unter dem Putz romanische Säulen mit figürlicher Dekoration entdeckt, welche die Personifizierung der Laster und Tugenden darstellt. Auf jeder Säule befinden sich 36 Gestalten in drei Streifen. Der Tradition gemäß wurden auf der Nordseite die Laster und auf der Südseite die Tugenden abgebildet. Eine derartige Darstellung war charakteristisch für die Kunst in den Jahrhunderten, als die Fähigkeit des Lesens und des Schreibens nur einer kleinen Gruppe der Gesellschaft vorbehalten war. Der schreibunkundigen Bevölkerung wurden die Glaubenswahrheiten durch das Bild und die Skulptur vermittelt.

 

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