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Kirchen und Klöster

Kapitel: Architektur
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Klöster und Kirchen

Die Klöster waren eine spezifische Gebäudeform, die sich insbesondere in den mittelalterlichen Städten entwickelt hat. Von den Herrschern und dann auch von reichen und mächtigen Geschlechtern gestiftet, erhielten sie stattlichere Ausmaße und reichere Formen als die Gotteshäuser der Pfarrgemeinden. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden auf dem Territorium von Wielkopolska insgesamt ca. 180 gemauerte gotische Gotteshäuser.

Die Dominikaner sind Vertreter der sog. Bettelorden, zu denen auch die Franziskaner gehören. Ihre Gotteshäuser waren Bauten von ziemlich bescheidener Architektur mit einem Schiff und einem verlängerten Presbyterium. Am besten ist das in der Franziskanerkirche in Gniezno zu sehen, deren Bau um 1270 begonnen wurde.

Die Franziskanerkirche in Kalisz hat ebenfalls ein verlängertes Presbyterium, aber das Gotteshaus wurde nach der Mitte des 13. Jahrhunderts gleich als dreischiffiger Bau errichtet.

Der ehemalige Klosterkomplex der Franziskaner in Pyzdry entstand zwischen 1257-1277. Die Kirche wurde in der Zeit des Barocks umgestaltet, doch im Körper behielt sie die Form eines einschiffigen gotischen Gotteshauses bei.

In Poznań entstand auch (vor 1297) das Kloster der Dominikanerinnen. Beachtenswert sind darin der reiche Giebel der Ostwand (von 1536) sowie im Presbyterium das dreiteilige Rippengewölbe, das sog. Piastengewölbe, von ca. 1404.

Die Kirchen, die in der Frühphase der Gotik (2. Hälfte des 13. Jh. -1. Hälfte des 14. Jh.) errichtet wurden, kennzeichnet – eine noch aus der Zeit der Romanik stammende – einfache Anordnung des Interieurs (ein rechteckiges Kirchenschiff), die einfach geschlossene östliche Wand des Presbyteriums (das ist der Einfluss der Zisterzienserarchitektur), ein quadratischer Chor und eventuell ein hölzerner Turm. Bis zu unseren Zeiten überdauerten solche Kirchen in mehr oder weniger veränderter Form in Gniezno (des hl. Johannes aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die an der Wende des 15. zum 16. Jh. umgebaut wurde), in Ostrzeszów (Presbyterium von ca. 1337 , Kirchenschiff aus dem 15. Jh.), in Pobiedziska (Anfang des 14. Jh.), in Siedlnica im Kreis Wschowa (1300-1310), in Stary Gostyń (ca. 1300), in Dalewo im Kreis Śrem (1. Hälfte des 14. Jh.), in Góra – zurzeit ein Stadtteil von Żnin (aus dem 14. Jh., oft umgebaut). Unter ihnen sticht durch die Vielfalt der Details die ehemalige Stiftskirche von ca. 1300 in Głuszyna (derzeit in den Grenzen von Poznań) hervor. Aus Stein wurde ein nicht großes Gotteshaus aus dem 14. Jahrhundert in Lubiesz im Kreis Wałcz errichtet.

Eine reichere, nämlich dreischiffige frühgotische Form hat die Nikolauskirche in Kalisz. Sie ist nach 1253 von Herzog Boleslaus dem Frommen gleich nach der Gründung der Stadt gestiftet worden.

Unter König Kasimir dem Großen, der – wie ein geflügeltes Wort besagt – „ein hölzernes Polen vorfand und ein gemauertes hinterließ”, entstanden als königliche Stiftungen u.a. die dreischiffigen gotischen Gotteshäuser in Kalisz (Stiftskirche), Konin und Stawiszyn. Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde eine nicht große einschiffige Kirche, die Margarethenkirche im Stadtteil Śródka (damals war das eine getrennte Stadt) in Poznań errichtet. Mit Kasimir dem Großen ist auch die Pfarrkirche in Wschowa verbunden (1365 heiratete der König darin die Prinzessin Hedwig von Żagań). Das Gotteshaus wurde ca. in den Jahren 1326-1360 gebaut.

In jener Zeit wurde auch der Bau des neuen Doms zu Gniezno in Angriff genommen. Sein Initiator war Erzbischof Jarosław Bogoria Skotnicki, der ein des Namens der geistigen Hauptstadt Polens würdiges Bauwerk schaffen wollte.

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