Die Legende von Witwengroschen

Die Legende von Witwengroschen

GNIEZNO

Eine Kreisstadt rund 50 km nordöstlich von Poznań, an der Straße nach Toruń.

Als in Polen Boleslaw der Tapfere herrschte, kam zu ihm der Bischof Adalbert. Er war ein gerechter und frommer Mann, der sich entschloss, sein Leben der Bekehrung der Heiden zu widmen. So ging er mit seiner Mission zum heidnischen Stamm der Prußen, die für ihre Kriegskunst und Grausamkeit bekannt waren. Sie haben die Fremden, die ihnen seine Lehren auferlegen versuchten, grausam behandelt. Der Bischof Adalbert wurde ermordet, seine Leiche verteilt, seine Gefährten wurden aus dem Land der Prußen vertrieben.

Wenn die traurige Nachricht Boleslaw dem Tapferen erreichte, beschloss er, den Körper des Märtyrers von den Prußen zu kaufen. Die Prußen nannten jedoch einen sehr hohen Preis. Der König sollte ihnen so viel Silber geben wie der Leichnam des Märtyrers wog. Der polnische Herrscher schickte also seine Boten mit der gewünschte Menge von diesem wertvollen Edelmetall. Die Prußen hatten schon eine Waage bereit.  In eine Waagschale wurde der Bischofskorper gelegt, die andere sollte mit Silber befüllt werden. Die königlichen Boten legten also silberne Münzen und Gefäße, Stück für Stück, in die Waagschale, die Waage bewegte sich aber gar nicht.

Die Beutel waren schon leer, und es schien, man müsse in den königlichen Hof mit nichts zurückkehren. Dann kam eine arme Witwe auf den Platz. Als sie die Sorge der Boten sah, entschied sie sich, ihren Beitrag zu spenden. Als in die mit Silber befüllte Schale ein Witwengroschen fiel, bewegte sich die Waage. Für eine genaue Messung wurden die silberne Gegenstände aus der Waagschale weggenommen. Das Gleichgewicht entstand erst, wenn in der Schale nur der Witwengroschen blieb.  Die Prußen wurden über das Wunder erstaunt und begriffen, dass sie einen heiligen Mann ums Leben gebracht haben. Die Boten nahmen den Leichnam und legten ihn zu Grabe erst in Trzemeszno und dann in Gniezno, wo er bis heute ruht.

 

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