Das Franziskanerkloster in Woźniki

Kapitel: Architektur
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WOŹNIKI

Woźniki ist ein circa 7 km nordöstlich von Grodzisk Wielkopolski gelegenes Dorf, an der Straße Kotowo – Dakowy Mokre. Das Kloster befindet sich im Wald, auf der Anhöhe Wyrwał.

Die bewaldete Klosteranhöhe liegt ca. 1 km nordwestlich vom Dorf in einer sehr einsamen Gegend, die durch die Moorwiesen des Flusstals der Mogilnica geprägt ist. Die erste Kapelle stand an dieser Stelle bereits 1473. Maciej Kazimierz Raczyński errichtete daneben 1660 ein hölzernes Kloster und lud nach Woźniki die Franziskaner-Reformaten ein.
Das heutige gemauerte Gotteshaus entstand 1723 dank der Stiftung der Familie Mielżyński nach einem Entwurf von Giovanni Catenazzi. Es entstand damals eine einschiffige, reich ausgestattete Kirche mit einer Front, die eine Nachbildung der Hinterfassade der Posener Pfarrkirche war. Daneben stand das viereckige Kloster, das für ca. 20 Mönche bestimmt war.

Nach den Teilungen Polens verboten die preußischen Behörden zunächst, dass neue Mönche aufgenommen wurden. 1836 wurde das Kloster aufgelöst. Mehrere Jahre lang wurde hier eine Anstalt für Pensionäre betrieben, dann eine Schule und schließlich wurden die Gebäude verkauft. In der nachfolgenden Zeit wurden die meisten Objekte des Klosters abgerissen. Die Kirche wurde 1926 als Ruine eingestuft und man verbot, dass dort Gottesdienste weiterhin stattfanden.

1978 kamen nach Woźniki erneut die Franziskaner. Dank ihrer Bemühungen wurde das Kloster wiederaufgebaut und die Kirche erlangte wieder den alten Glanz. Beachtenswerte Objekte sind im Inneren die 7 Altäre, Gestühl, Geländer, Bänke und drei Beichtstühle aus Holz, die vom Klosterhandwerker Tomasz Mielnarski gefertigt wurden. Sein Gehilfe war der Bruder Adam Sikorski. Die Skulpturen stammen wohl von Antoni Schultz aus Rawicz – einem bekannten Künstler aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Hauptaltar sieht man das Gemälde „Der Portiuncula-Ablass“, das ein Ersatz für das hier einst hängende Original ist. An die Wände hängte man Kopien der Porträts der Stifter und Wohltäter des Klosters.
Ein Überbleibsel des an die Kirche angebauten Klosters ist lediglich der frei stehende Teil des Ostflügels. In den Jahren 1984-1988 haben die Franziskanerpatres das Gebäude zum Teil rekonstruiert und verbanden das erhalten gebliebene Fragment mit der Kirche. Im Kloster befindet sich zur Zeit ein Exerzitienhaus.
 

Mehr:
www.franciszkanie.net/artykul/276,wozniki

Adresse:
ul. Woźniki 16, Woźniki
62-065 Grodzisk Wielkopolski
Tel. +48 61 444 60 06