Chodzież (Chodziesen)

Kapitel: Geschichte
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CHODZIEŻ (Chodziesen)

Kreisstadt in der Woiwodschaft Wielkopolska auf der Chodzież-Seenplatte zwischen dem Stadtsee (Chodzież-See), dem See Karczewnik und dem Strzeleckie-See, ein großes Zentrum der keramischen Industrie und der Touristik. Chodzież gehört zu den am schönsten gelegenen Städten in Wielkopolska und wird auch die Schweiz von Chodzież genannt. Hier wurde der namhafte Chirurg Roman Drews (1908–1977) geboren.

Geschichte

Chodzież war eine Marktsiedlung auf der Strecke von Gniezno nach Ujście, die 1434 als Privatstadt des Geschlechts der Pałuka das Stadtrecht erhielt. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich hier die Tuchmacherei. Für die Weber wurde die so genannte Neustadt - Nowe Miasto gegründet.
Nach der ersten Teilung Polens 1772 geriet Chodzież bis 1919 unter die Herrschaft Preußens. Lediglich in den Jahren 1807-1815 hatte es dem Herzogtum Warschau angehört. Im 19. Jahrhundert entstand auf dem Gelände des alten Schlosses eine Porzellanfabrik. Die Rückkehr nach Polen erfolgte durch den Aufstand von Wielkopolska (1918–1919). Bis zur Westgrenze waren es rund 12 km, und einen Großteil der Einwohner bildeten Deutsche.
In den 20 Zwischenkriegsjahren erhielt die Stadt aufgrund der Arbeiterstreiks den Beinamen Rotes Chodzież. Die deutsche Besatzung (1939–1945) endete im Januar 1945 mit der Befreiung durch die Soldaten der 1. Weißrussischen Front.
Nach dem Krieg wurden die Werke der Porzellanfabrik wieder aufgebaut und ausgebaut. Chodzież nahm den Charakter einer Industriestadt an.


Sehenswürdigkeiten:

Zu den wichtigsten Denkmälern gehört die an der westlichen Frontfassade des Marktes stehende Florianskirche vom Ende des 15. Jahrhunderts, die im spätbarocken Stil umgebaut wurde. Sie besitzt einen barocken Hauptaltar mit den Figuren der Apostel in natürlicher Größe.
Der Markt behielt seine mittelalterliche Anordnung aus der Zeit der Stadtgründung bei.
In der Kościuszki-Straße und der Wojska-Polskiego-Straße stehen Handwerkerhäuser, nämlich gemauerte sowie hölzerne Weberhäuser in Skelettbauweise, die im 18. und 19. Jahrhundert errichtet wurden.
In der Buszczaka-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Halbporzellanfabrik kann man Fragmente der Schlossmauern aus der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert sehen.
Auf dem Friedhof in der Ujska-Straße Grab und Denkmal zu Ehren der Aufständischen von Wielkopolska aus den Jahren 1918–1919.



 

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