Gostyń (Gostyn)

Kapitel: Geschichte
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GOSTYŃ (Gostyn)

Kreisstadt am Rand des Landrückens von Leszno am Fluss Kania. Der Name der Stadt leitet sich wahrscheinlich von dem mittelalterlichen Vornamen „Gostek” oder „Goston” ab. Unweit von Gostyń in Zalesie Wielkie wurde Cyryl Ratajski (1875–1942), der Stadtpräsident (Oberbürgermeister) von Poznań vor dem Krieg, geboren. 

Geschichte 

Herzog Primislaus (Przemysł) II.(seit 1295 König von Polen) gründete die Stadt 1278 nach Magdeburger Stadtrecht. Aufgrund ihrer Lage an einer Handelsstraße entwickelte sie sich als Handels- und Handwerkszentrum. Ihre Blütezeit entfiel in das 15. und 16. Jahrhundert. Damals kamen Flüchtlinge aus Schottland hierher und assimilierten sich rasch. 1565 wurde in Gostyń ein landesweites Treffen der Dissidenten veranstaltet, um den Streitigkeiten zwischen den Splittergruppen des Christentums ein Ende zu setzen. Ein späterer Versuch der Katholiken, die Heiliggeist-Kirche zurück zu gewinnen, endete damit, dass sie die Kanzel des lutherischen Pastors ansägten. Der Pastor fiel während der Predigt von der Kanzel. Im 17. Jahrhundert setzte ein wirtschaftlicher Rückgang ein. 1656 plünderte die schwedische Armee die Stadt. Nach der zweiten Teilung Polens 1793 geriet  Gostyń unter preußische Herrschaft. In den Jahren 1807–1815 ging es in das Herzogtum Warschau ein. Später gehörte es wieder zum preußischen Annexionsgebiet.   

Die Einwohner kämpften auch im Völkerfrühling (1848–1849) und im Großpolnischen Aufstand (1918–1919). Im Januar 1919 kehrte Gostyń in die Grenzen Polens zurück. Während der Nazibesetzung (1939–1945) wirkten hier Untergrundorganisationen. Die Stadt wurde am 27. Januar 1945 befreit. Zurzeit ist Gostyń eine Industriestadt mit einer Glashütte, einer Molkerei und einer Kondensmilchfabrik, eine der ältesten in Polen. 

Sehenswürdigkeiten 

Am Markt steht das schöne Städtische Rathaus, das in den Jahren 1910–1912 umgebaut wurde.   

Vom Schlossberg aus, wo die mittelalterliche Burg stand, erstreckt sich ein reizvoller Blick auf das Panorama der Stadt. Auf dem Gipfel steht das Denkmal zu Ehren der Sensenträger aus Gostyń, der Aufständischen von Wielkopolska und der Opfer des Nazismus, ein Werk von Ryszard Skupin.  

In der Nähe des Marktes befindet sich das älteste Denkmal von Gostyń  — die Margarethenkirche, eine dreischiffige spätgotische Kirche, die im 16. Jahrhundert umgebaut wurde.  

Östlich des Zentrums, auf dem Heiligen Berg steht das  Kloster der Philippinen – das herrlichste Denkmal der Region Gostyń.  

Interessant ist das private Auto-Museum von Jan & Maciej Peda mit einer reichen Sammlung historischer Fahrzeuge.  

Mehr: 

www.gostyn.pl/?op=str,1,0,0&j=DE

 

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