Koło

Kapitel: Geschichte
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KOŁO

Kreisstadt am Fluss Warta, ca. 30 km östlich von Konin im Kessel von Koło  (Kotlina Kolska). Dank ihrer Lage ist sie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt von Westeuropa nach Warschau und weiter nach Moskau. 

Geschichte

Die Stadt wurde 1362 von König Kasimir dem Großen (1333–1370) gegründet.  Sie war königliches Eigentum und Sitz der Starostei. Der Name Koło (Ring, Kreis) stammt von dem Ort ab, der für die Siedlung gewählt wurde, nämlich in einer Biegung (zakole) der Warta. Dies verlieh dem Ort Wehrcharakter. 

Bis zum 17. Jahrhundert blühte die Stadt dank ihrer attraktiven Lage auf, Handwerk und Handel entfalteten sich, die Schlachta hielt hier Provinziallandtage (sejmiki) der Provinz Wielkopolska ab. Der Schwedische Überfall (1655–1660) führte zum Verfall der Stadt, die sich erst im 19. Jahrhundert dank dem Bau von Industriebetrieben von den Kriegsfolgen zu erholen begann.  

Nach der zweiten Teilung Polens 1793 geriet die Stadt unter preußische Herrschaft. Zweimal kehrte sie für kurze Zeit in die Grenzen polnischer Gebietezurück - 1794 (Aufstand unter Kościuszko), als sie von den Aufständischen beherrscht wurde, und in der Zeit des Herzogtums Warschau (1807–1815). Laut den Bestimmungen des Wiener Kongresses war Koło ein Teil des Königreichs Polen (1815–1918), umgangssprachlich Kongresspolen genannt.   

Nach der Nazibesetzung (1939–1945) wurde  Koło am 20. Januar 1945 durch die Soldaten der 1. Weißrussischen Front befreit. Derzeit ist die Stadt ein wichtiges Industrie-, Bildungs- und Kulturzentrum.      

Sehenswürdigkeiten

Rund 2,5 km nordöstlich der Stadtmitte finden wir die Ruinen eines mittelalterlichen Schlosses aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.  

Südlich des Marktes können wir die Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes  aus der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert sehen. Im Innern befinden sich eine gotische Kanzel und das steinerne Grabmal von Jan von Garbów, des Sohns des berühmten Ritters und Symbols ritterlicher Tugenden – Zawisza Czarny (Sawischa der Schwarze). 

Beachtenswert für Touristen sind auch die Kirche Mariä Heimsuchung und das Bernhardinerkloster aus dem 18. Jahrhundert, das anstelle des mittelalterlichen errichtet wurde. Der öfter über die Ufer tretende Fluss hatte das alte Kloster durch Überflutungen zerstört.  

Neben dem historischen Bahnhof aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen liegt ein Stein zum Gedenken an die ca. 80.000 Juden, die aus dem Ghetto in Łódź hierher gebracht und in das Vernichtungslager in Chełmno am Ner deportiert wurden.

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