Krotoszyn (Krotoschin)

Kapitel: Geschichte
Kommentare: 0

 

KROTOSZYN (Krotoschin)

Kreisstadt im südlichen Wielkopolska, ca. 28 km westlich von Ostrów Wielkopolski und über 100 km südlich von Poznań. Hier wurde die geschätzte Dirigentin Agnieszka Duczmal geboren (1946).

Geschichte    

Krotoszyn erhielt 1415 das Stadtrecht von König Ladislaus Jagiello (1351–1434). Bis zum 17. Jahrhundert entwickelte es sich als Handels- und Handwerkszentrum an der Strecke sich kreuzender Handelswege, nämlich Kalisz–Głogów und Toruń–Wrocław. Im Juli 1656 wurde die Stadt von den Schweden niedergebrannt und ausgeplündert. Ende des 17. Jahrhundert erlangte sie ihre Bedeutung wieder, um im 18. Jahrhundert durch seine Jahrmärkte berühmt zu werden, bei denen jedes Mal je 1000 Ochsen verkauft wurden.  

Nach der zweiten Teilung Polens 1793 befand sich Krotoszyn im preußischen Staat. Für kurze Zeit ging es in das Herzogtum Warschau ein (1807–1815), dann geriet es erneut unter preußische Verwaltung. Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt stark industrialisiert. Auch Handwerk, Landwirtschaft, Genossenschaftswesen und Schulwesen entwickelten sich.  Krotoszyn wurde am 1. Januar 1919 während einer militärischen Operation der Aufständischen von Wielkopolska befreit. 

Am 23. Januar 1945 wurde die Stadt durch sowjetische Soldaten und 50 Freiwillige aus Krotoszyn von der Naziokkupation befreit. Zurzeit ist Krotoszyn ein wichtiges Zentrum von Industrie und Handel sowie des Schulwesens und der Kultur. 

Sehenswürdigkeiten

Mitten auf dem Markt steht das Pseudorenaissance-Rathaus vom Ende des 19. Jahrhunderts mit einem Barockturm, den ein durchbrochener Turmhelm krönt. In der Koźmińska-Straße 36 befindet sich ein Haus mit Bogengang aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Ständer-Bohlen-Bauweise.  

Nordöstlich des Zentrums steht die hölzerne Kirche St. Fabian und Sebastian. Das Gotteshaus wurde auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit einem achtseitigen höheren Mittelteil in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut. Westlich des Marktes befinden sich die ehemalige Klosteranlage der Trinitarier mit der Kirche St. Peter und Paul aus den Jahren 1766–1774 und dem ehemaligen Klostergebäude aus dem Jahre 1733, in dem derzeit das Regionalmuseum untergebracht ist.

Östlich des Marktes steht die im Stil der Spätrenaissance gehaltene Pfarrkirche des hl. Johannes des Täufers aus den Jahren 1592–1597. Es ist eine dreischiffige Basilika mit reicher Ausstattung.   

Unweit der Stadt ca. 6 km südlich befindet sich das Waldreservat Buczyna Helenopol.

 

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Zur Kenntnisnahme der Redaktion (wird nicht veröffentlicht)