Ostrów Wielkopolski (Ostrowo)

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OSTRÓW WIELKOPOLSKI (Ostrowo)

Kreisstadt am Fluss Ołobok auf dem Landrücken von Kalisz (Wysoczyzna Kaliska). Ostrów Wielkopolski ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt in Polen. Hier hat der Pianist Krzysztof Komeda Trzciński (1931–1969), ein bekannter Jazzmusiker, sein Abitur abgelegt.

Geschichte

Der Name Ostrów Wielkopolski stammt von dem altpolnischen Wort „ostrów” - Insel ab. Obwohl es das Stadtrecht besaß, entwickelte sich Ostrów bis zum 18. Jahrhundert nicht und war hauptsächlich ein Landbauzentrum. 1711 verzichteten die Bürger auf das Stadtrecht, da sie die Steuerabgaben reduzieren wollten. Auf Betreiben des Privateigentümers von Ostrów - Jan Przebendowski – erhielt der Ort erneut das Stadtrecht, woraufhin sich Handel und Handwerk rasch entwickelten.  

Im Ergebnis der zweiten Teilung Polens 1793 wurde die Stadt von Preußen annektiert. 1807–1815 befand sie sich in den Grenzen des Herzogtums Warschau, um wiederum unter die Herrschaft der westlichen Annexionsmacht zu geraten.  

Im Ergebnis der Kampfhandlungen des Großpolnischen Aufstands erlangte die Stadt am 31. Januar 1918 die Unabhängigkeit. Hier stationierte auch der Stab der Südfront des Aufstands. Hinzugefügt sei, dass im November 2008 der 90. Jahrestag der Entstehung der Republik Ostrów (Republika Ostrowska) begangen worden war. Die Begründer der nationalen Idee sprachen sich für die Zugehörigkeit dieser Gebiete zu Polen aus. Die Bürger von Ostrów rühmen sich dessen, dass sie bereits im November 1918 als erste auf die Freiheit vorbereitet waren und einen Vorgeschmack davon genossen hatten. Während der Naziokkupation war Ostrów ein wichtiges Zentrum der Untergrundbewegung. Außer den sowjetischen Soldaten der 1. Ukrainischen Front befreiten Freiwilligentruppen der polnischen Stadtverteidigung die Stadt am 24.-25. Januar 1945. 

Zurzeit ist Ostrów Wielkopolski ein wichtiges Industriezentrum, z.B. gibt es hier eines der größten Eisenbahnausbesserungswerke in Polen (aktuell das Europäische Bahnkonsortium WAGON GmbH), und ein Eisenbahnknotenpunkt.

Sehenswürdigkeiten

Mitten auf dem Markt steht das Rathaus aus dem Jahre 1824,  das im Auftrag des damaligen Eigentümers Antoni Radziwill projektiert wurde. In den Jahren 1977–1986 wurde das Gebäude renoviert. Zurzeit beherbergt es das Museum der Stadt Ostrów Wielkopolski. 

Nördlich des Marktes steht die ehemalige evangelische Kirche der Allerheiligsten Jungfrau der Königin Polens, ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1788. 

Südöstlich des Marktes befindet sich die monumentale neuromanische Konkathedrale St. Stanislaus aus den Jahren 1905–1907. Sylwester Pajzderski hat das Gotteshaus entworfen und Roger Sławski (1871-1963) hat es modifiziert. Zur Innenausstattung der Kirche gehören unter anderem Skulpturen der bekannten polnischen Künstler Władysław Marcinkowski und Marcin Rożek.  

In der Raszkowska-Straße 21 finden wir die ehemalige Synagoge aus den Jahren 1857–1860 mit zwei Zwiebeltürmen.  

 

 

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