Szamotuły (Samter)

Kapitel: Geschichte
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SZAMOTUŁY (Samter)

Eine Kreisstadt am Fluss Sama, ca. 34 km nordwestlich von Poznań gelegen. Die Hauptstadt einer Region, in der die originale Folklore von Wielkopolska am längsten gepflegt wurde. Von hier stammt einer der ältesten erhaltenen Liebesbriefe in polnischer Sprache. Hier kann man schließlich eine der in Polen ältesten Ikonenkollektionen besichtigen.

Die Geschichte

Der Name von Szamotuły findet die erste Erwähnung in einer Urkunde aus dem Jahr 1231. 1284 erhielt der Ort das Marktrecht und ein wenig später die Stadtrechte (vor 1383). Der nördliche Teil der Stadt ging zu Beging des 16. Jahrhunderts als Mitgift der einzigen Tochter des letzten männlichen Vertreters der Familie Szamotulski, Andrzej, in die Hände des mächtigen Geschlechtes Górka über. Der südliche Teil der Stadt teilte das Schicksal des nördlichen ein wenig später. Sowohl die Vertreter der Familie Szamotulski als auch der Familie Górka bekleideten eine Reihe von hohen staatlichen Positionen, sie waren Woiwoden, Kastellane, Generallandräte, was die Entwicklung der Stadt begünstigte. Unter allen privaten Städten in Polen war Szamotuły in der Zeit der Renaissance diese Stadt, die die größte Zahl von Söhnen zum Studium an der Krakauer Akademie schickte. Verbreitet war damals der Spruch: „Er kann taub sein, Hauptsache, er kommt aus Szamotuły“.

In jener Zeit war Szamotuły ein Zufluchtsort für Emigranten aus anderen Regionen Europas, wo die Religionskriege tobten. Einer solchen Familie entstammte der in Szamotuły im Jahre 1603 geborene Jan Jonston – ein Denker und Wissenschaftler, Verfasser historischer, medizinischer und philosophischer Werke. 

Im 16. Jh. war die Stadt ein sehr wichtiges Zentrum der tschechischen Brüder in Polen. Hier gründeten sie die erste Druckerei in Wielkopolska.  

Sehenswürdigkeiten

Umweit des Marktes kann man die gotische Stiftskirche der Trostreichen Muttergottes und des hl. Stanisław besichtigen. Die schöne, dreischiffige Kirche aus der ersten Hälfte des 15. Jh. in Form einer Basilika mit zwei hochragenden Giebeln gehört zu den interessantesten in Wielkopolska. 

Im nördlichen Teil der Stadt ist der Burgkomplex Burg-Museum „Die Familie Górka“ erhalten geblieben. Die hier befindliche Kollektion von Ikonen gehört zu den größten in Polen. Ein Überbleibsel des ehemaligen Verteidigungssystems ist die in der Nähe gelegene Halszka-Bastei (auch als Turm der Schwarzen Prinzessin bekannt), die infolge des Ausbaus des ursprünglichen Torturmes entstand. Mit ihr verbindet sich die tragische Geschichte der Fürstin Elżbieta Ostrogska, die den Beinamen Halszka hatte. Eben hier soll sie der Ehemann gefangen gehalten haben. Ein Bestandteil des Burgkomplexes sind auch drei Hintergebäude und ein ehemaliger Speicher, in dem heute das Archäologische Museum der Transitgasleitung wirkt. 

Südlich vom Markt liegen die barocken Gebäude des ehemaligen Klosters der Franziskaner-Reformaten mit der einschiffigen Heilig-Kreuz-Kirche aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. 

Neben dem ehemaligen Klosterkomplex befindet sich das Denkmal von Wacław z Szamotuł – einem in der Stadt geborenen hervorragenden Musiker der Epoche der Renaissance, dem Hofkomponisten von König Zygmunt August.  

Mehr: 

www.szamotuly.pl/DE/

 

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