Volkskultur

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Wielkopolska ist eine historische Provinz Polens im Einzugsgebiet der Warta. Es nimmt ein Territorium ein, das dem ehemaligen eigentlichen Wielkopolska nahe kommt, d.h. dem Territorium dreier Woiwodschaften vor 1772, nämlich Poznań, Kalisz und Gniezno. Die Grenzen der Regionen bestanden mit geringfügigen Änderungen vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Damals wurde Polen unter drei Großmächte - Preußen, Russland und Österreich - aufgeteilt. Wielkopolska gehörte nach der zweiten Teilung zu Preußen, nach dem Wiener Traktat (1815) gelangte der östliche Teil der Woiwodschaft Kalisz unter die Herrschaft Russlands. Die Dorfbevölkerung erkannte weniger die verwaltungsmäßige Gliederung als vielmehr die Gliederung in Pfarrgemeinden an (die jedoch auf der politischen und verwaltungsmäßigen Gliederung basierte).

Diese Gemeinden übten einen erheblichen Einfluss auf die Landschaft des Dorfes von Wielkopolska aus, nicht selten deckten sich die Grenzen kleiner Regionen mit den Grenzen der Kirchensprengel (z.B. die Region Szamotuły). Die ausgedehnten Land- und Kirchengüter trugen auch zur Entstehung regionaler Gruppen bei, z.B. die Gruppe Biskupizna in den Pfarrgemeinden Krobia und Domachowo, die Eigentum der  Bischöfe von Poznań waren.

Das äußere Element, das eine Gruppe von einer anderen unterschied, nämlich die Tracht, wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts vereinheitlicht. Man begann, die städtische Mode zu übernehmen, zuerst taten dies die Männer, dann die Frauen. Dieser Entwicklung lagen die regen Kontakte mit den westlichen Regionen Preußens zugrunde, die mit der Erwerbsemigration (Saisonarbeit) Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts verbunden waren. Sie bewirkten, dass die Kleidung viele städtische Merkmale anzunehmen begann, dass sie sich veränderte, indem einzelne Bestandteile verworfen und neue eingeführt wurden. Die Männerkleidung verschwand bereits an der Jahrhundertwende allmählich und wurde durch moderne ersetzt. Die Frauenkleidung überdauerte in modifizierter Form bis in die 40iger-50iger Jahre des 20. Jahrhunderts, hauptsächlich unter der älteren Generation. Vor dem Ersten Weltkrieg trug die Dorfjugend bereits städtische Kleider.

Zu den Grundbestandteilen der herkömmlichen Tracht gehörte ein weißes Hemd, weiße Leinenhosen oder dunkel- bzw. blaue Tuchhosen, eine Weste, eine schwarze oder rote Trachtenjacke (jaka), ein dunkelblauer oder blauer Kaftan (kaftan), ein dunkelblauer oder grüner Bauernrock (sukmana), eine Mütze mit Bändern oder ein Hut und schwarze Schuhe. Die Frauentracht bestand aus einer Leinenbluse, einer Trachtenjacke (jaczka), verschieden farbigen Röcken, einer Schürze, einem vorne offenen, hinten geschnürten dunkelblauen Obergewand (kabat), einer Haube, Strümpfen und Schnürschuhen. Diese Grundausstattung der Tracht unterschied sich in den einzelnen Dörfern durch bestimmte Elemente, z.B. im Kreis Poznań wurden im Winter hohe walzenförmige Mützen mit grauem Lammfell, im Sommer Hüte mit einem breiteren Rand und kürzere Kaftane getragen, im Kreis Mogilno und im Kreis Gniezno verband die Tracht aus Wielkopolska, Kujawy und Pałuki stammende Elemente miteinander, im Kreis Września hingegen trugen die Frauen schwarze blumenbestickte Stirnbänder (czółka).

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