Karte

Galerie

Das Palais in Kołaczkowo

Kapitel: Architektur
Kommentare: 0

 

KOŁACZKOWO

Dorf und Gemeindesitz im Kreis Września, ca. 7 km nordwestlich von Pyzdry.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kaufte Dobrogost Jezierski, ein Höfling der Familie Górka, die Güter. 1538 wurden sie Eigentum von Łukasz Górka, dem späteren Bischof von Włocławek. Dann wurden sie von der Familie Zajączek und seit dem 18. Jahrhundert von der Familie Dąmbski des Wappens Godziemba bewirtschaftet. 

Der bekannteste Inhaber von Kołaczkowo war seit 1920 der Schriftsteller und Nobelpreisträger Władysław Reymont, der in dem Anwesen residierte. Hier wohnte und schrieb er, hier arbeitete er an der Einrichtung des Parks und der Gärten. Im Palais von Kołaczkowo weilten viele mit Reymont befreundete Persönlichkeiten aus der Welt der Wissenschaft, Politik und Kultur zu Gast, u.a. Adam Grzymała-Siedlecki, Kornel Makuszyński, Zenon Przesmycki, Roman Dmowski, Władysław Grabski, Maciej Rataj und Wincenty Witos.

Reymont wohnte hier bis zu seinem Tod 1925. Die Erben verkauften die Güter an die Familie Jurasz, in deren Händen sie sich bis 1939 befanden.

Das Palais, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und später mehrfach umgebaut wurde, ist ein gemauertes verputztes Gebäude auf einem rechteckigen Grundriss. Es besitzt einen zweigeschossigen, teilweise unterkellerten Gebäudekörper, der mit einem Walmdach gedeckt ist. Im Mittelteil der nach Süden ausgerichteten Frontfassade wurde ein monumentaler Portikus projektiert, den vier ionische Säulen tragen, in deren Achse vier Wandsäulen analoger Form aufgestellt sind. Das Ganze wird von einem dreieckigen Walm bekrönt, der von einem profilierten Gesims umrahmt wird.

Das Interieur des Palais, das früher vermutlich als Doppeltrakt angelegt war, mit einer Diele und einem Salon auf der Achse, ist zurzeit von Grund auf umgestaltet. Von der früheren Ausstattung sind lediglich ein paar Exemplare der verzierten klassizistischen Türgerähme erhalten geblieben.

Zwei klassizistische Seitenflügel, die den Zufahrtsweg mit der Rabatte vor der Frontfassade flankieren, ergänzen die gesamte Schlossanlage in Kołaczkowo. Erhalten geblieben ist auch der klassizistische Pferdestall  – ein gemauertes zweigeschossiges Gebäude auf dem Grundriss eines verlängerten Rechtecks, das mit einem Walmdach gedeckt ist. Die längeren Fassaden des Pferdestalls wurden durch Pilaster untergliedert, die die Achsen der Fenster – rechteckiger im Erdgeschoss und halbrunder im Obergeschoss – einfassen. Die Eingänge in den Giebelfassaden sind mit Wandsäulen eingefasst. 

Zurzeit ist hier in einem der Säle die Władysław-Reymont-Gedächtnisstube untergebracht.  

Adresse: 

Gminny Ośrodek Kultury 
plac Władysława Reymonta 1 
62-306 Kołaczkowo 

Tel. +48 61 438 50 78

 

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Zur Kenntnisnahme der Redaktion (wird nicht veröffentlicht)