Das Palais in Kopaszewo

Kapitel: Architektur
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KOPASZEWO

Dorf in der Gemeinde Krzywiń im Kreis Kościań, ca. 16 km südöstlich von Kościan.

1781 übernahm Ludwik Skórzewski, königlicher Kämmerer, verheiratet mit Teodora geb. Niegolewska, in zweiter Ehe mit Honorata geb. Brzechwa, die Güter von Kopaszewo. Auf sein Betreiben wurde in Kopaszewo ein neuer Sitz errichtet. Nach Ludwiks Tod übernahm sein Sohn Antoni Kopaszewo. Er wirtschaftete hier zusammen mit seiner Mutter. Auf ihre Einladung hin war Adam Mickiewicz im August 1831 für zwei Wochen im Palais in Kopaszewo zu Gast. Nach dem allzu frühen Tod von Antoni Skórzewski verwaltete seine Mutter Honorata geb. Brzechwa eine Zeitlang das Anwesen. 1844 wurden die Güter an General Dezydery Chłapowski des Wappens Drya, den Eigentümer von Turew und des benachbarten Rąbiń verkauft. Sitz von Dezydery Chłapowski war das Palais in Turew, Kopaszewo wurde anfänglich von seinem Sohn Stanisław, später von seiner Tochter Zofia verwaltet. 1862 erhielt der jüngste der Generalssöhne Kazimierz (nach seiner Eheschließung mit Anna Chłapowska aus Czerwona Wieś) das Anwesen Kopaszewo und wirtschaftete hier fast 50 Jahre lang bis zu seinem Tode 1916. Der letzte Eigentümer des Gutes war sein Sohn Mieczysław, verheiratet mit Wanda geb. Potworowska, Kommandeur des Ordens Polonia Restituta und des St. Georgsordens, im Oktober 1939 von den Deutschen auf dem Markt in Kościan erschossen.

Während der in den Jahren 1921-1923 von Mieczysław Chłapowski im Palais durchgeführten Bauarbeiten wurde die funktionale Anordnung der Räume geändert. Die Repräsentationsräume wurden in das Erdgeschoss verlegt. Bei dieser Gelegenheit wurden Kanalisation, Wasserleitungen, Strom und Zentralheizung eingebaut. In den Fassaden des Palais wurden die sekundären Anbauten beseitigt, die Proportionen der Säulen des Portikus verbessert und die Inschrift Każdy w swoim guście (Jedem nach seinem Geschmack) wieder angebracht, die noch von der Familie Skórzewski her rührte. Bestimmten Modifizierungen unterlag die Artikulation der Fassade. 

Das bis in unsere Zeit erhalten gebliebene Palais ist ein gemauertes Bauwerk auf einem rechteckigen Grundriss mit seitlichen Anbauten, einem zweigeschossigen Baukörper, der mit einem Walmdach gedeckt ist. Der monumentale Portikus auf der nach Süden ausgerichteten Achse der Vorderfront, den vier ionische Säulen tragen, ist durch einen dreieckigen Walm mit einem Halbrundfenster im Mittelfeld bekrönt. In der Hinterfront (Gartenfassade) befindet sich ein flacher Scheinrisalit mit einer durch Pilaster mit Kompositkapitellen gegliederten Fassade, der ebenfalls von einem dreieckigen Walm bekrönt ist.  

Im Interieur des Palais, das als Doppeltrakt angelegt ist, mit einer geräumigen Diele und einem Salon auf der Achse, sowie einer Anlage von Seitenräumen sind Reste der früheren Ausstattung, meist vom Ende des 19. Jahrhunderts und vom Beginn des 20. Jahrunderts erhalten gelbieben. 

Um das Palais wurde an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ein geometrischer Garten angelegt. Er wurde Mitte des 19. Jahrhundert in einen Landschaftspark des englischen Gartentyps umgestaltet, der unter Mitwirkung des aus Frankreich geholten Gärtners und Planers Augustin Denizot projektiert wurde.   

Zurzeit ist in dem Palais eine Niederlassung des Saat-Agrar-Betriebs "Danko" untergebracht.

1781 übernahm Ludwik Skórzewski, königlicher Kämmerer, verheiratet mit Teodora geb. Niegolewska, in zweiter Ehe mit Honoratą geb. Brzechwa die Güter von Kopaszewo. Auf sein Betreiben wurde in Kopaszewo ein neuer Sitz errichtet.

 

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