Das Palais in Lewków

Kapitel: Architektur
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LEWKÓW

Ort im Kreis Ostrów, ca. 7 km nordöstlich von Ostrów Wielkopolski.

Lewków war bereits Anfang des 15. Jahrhunderts Eigentum des Rittergeschlechts Doliwa. Das Palais wurde von Wojciech Lipski, königlicher Generaladjutant und Kavalier des Sankt-Stanislaus-Ordens, in den Jahren 1788-1791 errichtet. Das Palais ist ein gemauerter Bau auf einem rechteckigen Grundriss. In der Achse der Gartenfront wurde ein halbrunder Risalit und von der Vorderfront her ein prächtiger Portikus angebaut. Der mit einem hohen Walmdach gedeckte Gebäudekörper ist zweigeschossig auf hohen gewölbten Kellern mit einem repräsentativen Erdgeschoss (das viel höher ist als das Obergeschoss). Das Vestibül und der runde Salon sind auf der Achse angeordnet, unter dem Salon im Kellergeschoss befindet sich ein runder von acht Säulen getragener Saal. Die Seitenräume sind in zwei und drei Trakten angelegt. 

Einzigartig sind die Dekorationen der Fassaden, die mit Stuckaturen und polychromen Malereien verziert sind und nicht Ihresgleichen in Wielkopolska haben. Die verputzten Fassaden des Palais, die auf einen hohen bossierten Sockel gestützt sind, haben im Erdgeschoss rechteckige Fensteröffnungen. Diese haben architektonische Einfassungen. Die Flächen der Fenstergesimse und Fensterbänke sind mit Stuckdekorationen - Akanthusmotiven und Blumengirlanden - gefüllt, in die Masken eingeflochten sind. Stuckaturen schmücken auch die Zwischenfensterräume, wo mit Schleifen und Pflanzenmotiven durchflochtene Panoplien sowie Büsten antiker Gestalten angebracht sind.

Entscheidend für den Ausdruck und das Aussehen des Gebäudes ist jedoch der prächtige Portikus im Mittelteil der nach Süden ausgerichteten Frontfassade. Ihm sind ein Zufahrtsweg und eine breite Treppe vorgelagert. Der Portikus wird von vier Säulen mit ionischen Kapitellen getragen, über denen ein Fries mit polychromen Malereien und ein Gesims aus Quadern verlaufen. Der Fries umrandet auch den dreieckigen Walm in der Bekrönung. Auf dem Walmfeld wurde die Inschrift SOBIE SWOIM PRZYJACIOŁOM POTOMNOŚCI (FÜR MICH FÜR MEINE FREUNDE FÜR DIE NACHWELT) angebracht. Die Dekoration wird durch zwei halb liegende Ritterskulpturen, die auf den Mauern der Attika oberhalb des Walms angebracht sind, ergänzt. 

Reich verziert sind auch die Innenräume des Palais. Über dem Haupteingang, vor dem sich eine portikale Nische mit polychromen Malereien, die Panoplien darstellen, befindet, ist das gemalte Monogramm von Wojciech Lipski angebracht. In den polychromen Malereien des Vestibüls finden sich Motive antiker Vasen. Auf der Achse im Rundsalon sowie auf den Rändern der abgeflachten Kuppel in der Bekrönung wurden Details gemalt und die Wände architektonisch gegliedert. Erhalten geblieben sind hingegen die polychromen Malereien des Landschaftssalons (sie bedecken die Wände des Interieurs und die Ränder der Decke ganz mit in architektonische Rahmen gefassten romantischen Landschaften), des zweiten Salons und des Boudoirs. Die polychromen Malereien sind ein Werk von Franciszek Smuglewicz. Er fertigte sie um 1800 an. Unbekannt ist der Künstler der großartigen Stuckdekorationen, die das Interieur des Erdgeschosses und des Obergeschosses schmücken. Dort ist u.a. eine Kandelaberdekoration der Wände des ehemaligen Schlafgemachs der Eigentümer erhalten geblieben. Im Obergeschoss befinden sich auch polychrome Malereien aus einer späteren Epoche, die während der Restaurierungsarbeiten in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden. Zurzeit ist im Palais eine Niederlassung des Bezirksmuseums des Gebiets Kalisz untergebracht. 

Adresse: 

Muzeum Wnętrz Pałacowych 
Oddział Muzeum Okręgowego Ziemi Kaliskiej w Kaliszu 
ul. Kwiatkowska 60 
63-462 Lewków 

Tel. +48 62 733 87 92

 

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