Das Palais in Pawłowice

Kapitel: Architektur
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PAWŁOWICE (dt. Pawlowitz)

Pawłowice ist ein Dorf im Landkreis Leszno, ca. 17 km westlich von der Kreishauptstadt gelegen.

Die Geschichte von Pawłowice reicht ins Mittelalter zurück. Sein letzter Besitzer war die Familie Mielżyński.
Das hier stehende Schloss wurde auf Initiative von Maksymilian Mielżyński (1737-99) erbaut. Es ist ein typisches Beispiel der polnischen Architektur der Periode des Klassizismus.
Die Residenz errichtete man nach dem Entwurf von Carl Gothard Langhans (nach seinem Projekt entstand u.a. das Brandenburger Tor in Berlin), die Innenräume sind wiederum ein Werk von Johann Christian Kamsetzer, dem Architekten des polnischen Königs Stanisław August.

Mielżyński kümmerte sich auch um die kleinsten Details seiner zukünftigen Residenz. Die Öfen für die Repräsentationsräume bestellte er bei den Breslauer Töpfern, andere in Wschowa und Poniec. Die Polster (mit Groteskenmotiven) für den „Seidenen Salon“ bestellte man in Paris. Dort und in Leipzig kaufte man die Möbel für die Schlossräume.

Die Zufahrt zur neuen Residenz, hinter der sich ein regelmäßiger Garten befand, begann in einem Vorhof (avant-cour). Eine lange Allee führte von hier aus zum Ehrenhof (cour d’honeur) vor dem Schloss.    
Den Risalit des Schlosses (den herausragenden Mittelteil des Haupthauses) bekrönen vier Skulpturen, je drei platzierte man auf den Gesimsen, die die mittlere Partie eines jeden der zwei Seitenflügel akzentuieren. Sie stellen vermutlich Allegorien der Tugenden dar (der Besonnenheit, des Scharfsinns, der Freiheit und des Fleißes), die für die Erlangung eines Erfolgs im Leben notwendig sind. Die in den Nischen stehenden Allegorien sprechen u.a. über die auf den Menschen lastenden Pflichten gegenüber dem Vaterland, den Untertanen und der Familie, auch über die Vorliebe für schöne Künste.

Die Anlage der Innenräume des neuen Sitzes von Maksymilian Mielżyński spiegelte die damalige Mode wider. An der rechten Seite, im Erdgeschoss, wurde der Essraum und einige Salons untergebracht, die sich mit dem mittleren Salon verbanden, aus welchem man in den anliegenden Garten gelangte. Hinter ihm, links, befanden sich Wohnappartements und die Kapelle. Im Foyer befand sich bis zum in den 1920er Jahren erfolgten Umbau eine Prachttreppe, die zum Vestibül im ersten Stock führte. Im ganzen ersten Stock gab es Repräsentationszimmer. Die prachtvollsten unter ihnen waren der Essraum und der Ballsaal, einer der herrlichsten Repräsentationsräume jener Zeit. Meisterhaft komponierte Decken mit Rosetten und der mit seiner Pracht imponierende Ballsaal gehören zu den kostbarsten Beispielen des klassizistischen Stuckdekors in Europa.

Das Schloss in Pawłowice gehört heute zum Experimentierbetrieb des Krakauer Instituts für Zootechnik. Nach einer telephonischen Vereinbarung ist es möglich, das Objekt zu besichtigen.

Adresse:
Instytut Zootechniki
Państwowy Instytut Badawczy
ul. Mielżyńskich 14
64-112 Pawłowice
Tel. +48 65 529 92 22

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