Karte

Galerie

Das Palais und Adam-Mickiewicz-Museum in Śmiełów

Kapitel: Architektur
Kommentare: 0

ŚMIEŁÓW (dt. Smielow)

Śmiełów ist ein Ort im Landkreis Jarocin, ca. 5 km nördlich von Żerków.

Śmiełów erscheint in den Urkunden im 14. Jh. Andrzej Ostrorog Gorzeński, Stadtregent, königlicher Kammerherr und Präsident des Ziviltribunals im Posener Departement in der Zeit des Herzogtums Warschau erwarb das Gut im Jahre 1784. Auf seine Initiative hin entstand in Śmiełów Ende der 1790er Jahre eine neue, prachtvolle Schlossanlage. Die klassizistische Residenz umgab ein Landschaftspark und Wirtschaftsgebäude im Stil der Epoche.

Das Gut Śmiełów erbte nach dem Tod des Vaters (1821) Hieronim Gorzeński, ein Offizier der napoleonischen Truppen. Seiner Einladung folgend gastierte in Śmiełów 1831 längere Zeit Adam Mickiewicz, der hier Konstancja Łubieńska traf. Nach traditioneller Überlieferung waren es die hier wohnenden Menschen, die Gebäude und die Landschaften, die bei manchen Szenen des Nationalepos „Pan Tadeusz“ als Anregung dienten.

Das hochverschuldete Gut kaufte 1886 bei einer Versteigerung Franciszek Chełkowski. Das rettete Śmiełów vor der Übernahme durch die Ansiedlungskommission. 1898 übernahm Józef Chełkowski das Gut. Gäste in Śmiełów waren nach jenem Tag Vertreter der Welt der Politik, Wissenschaft und Kultur, u.a. Henryk Sienkiewicz, Ignacy Paderewski, Ludomir Różycki, Wojciech Kossak, Kardinal Edmund Dalbor, Gen. Stanisław Taczak, Józef Haller und viele andere bedeutende Persönlichkeiten. In der Hand der Chełkowskis blieb Śmiełów bis 1939.

Der Palast in Śmiełów wurde 1797 errichtet. Man baute ihn auf einer Anhöhe, mit weitem Blick auf das Tal des Flusses Lutynia und auf die Hügelkette von Żerków. Das herausragende Gebäude ist ein Werk von Stanisław Zawadzki, einem anerkannten Warschauer Architekten. Er verlieh dem Bau annähernd die Form des Buchstabens „C“, mit zentral konzipiertem zweigeschossigem Hauptbaukörper, der mit einem hohen Walmdach abgedeckt ist. Die eingeschossigen Pavillons der Seitenflügel (mit den unter den hohen, gebrochenen Dächern versteckten Dachkammern, die als Wohnungen dienten) verband man mit dem Hauptbaukörper durch viertelkreisförmige eingeschossige Galerien. Der Hauptbaukörper des Schlosses wurde auf dem Grundriss eines Rechtecks errichtet. Im mittleren Teil der Frontfassade baute man vor dem Haupteingang einen monumentalen viersäuligen Portikus. Im Inneren des Schlosses gibt es erhaltene Polychromien von Antoni und Franciszek Smuglewicz und die Stuckatur von Michał Ceptowski.

Ein integraler Teil der Anlage war ein Vorwerk mit Wirtschaftsgebäuden, dessen Entwurf ebenfalls von Stanisław Zawadzki stammte. Im Palast befindet sich heute das  Adam-Mickiewicz-Museum – eine Zweigstelle des Nationalmuseums in Poznań.

Adresse:
Muzeum Adama Mickiewicza w Śmiełowie
63-210 Żerków
Tel. +48 62 740 31 64
 

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Zur Kenntnisnahme der Redaktion (wird nicht veröffentlicht)