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Das Philippinenkloster auf dem Heiligen Berg in Gostyń (Gostyn)

Kapitel: Architektur
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GOSTYŃ (Gostyn)

Kreisstadt ca. 60 km südlich von Poznań, an der Straße Leszno – Jarocin.
Kloster auf dem Gebiet der Siedlung Głogówko, ca. 2 km östlich vom Stadtzentrum.


Die Anhöhe wurde bereits im Mittelalter Heiliger Berg genannt; 1468 gab es dort eine Kapelle zu Ehren der Muttergottes. 1513 wurde eine Kirche errichtet. Daneben entstand 1668 die Kongregation des Oratoriums des hl. Filippo Neri. In den Jahren 1675-1731 wurde ein neues Gotteshaus nach einem Projekt des italienischen Architekten Baldassare Longhena gebaut. Das ist eine Kopie der Kirche Santa Maria della Salute in Venedig. Die Pläne der Kuppel erarbeitete Pompeo Ferrari. Das Kloster wurde in den Jahren 1732-1736, ebenfalls nach Plänen von Pompeo Ferrari, errichtet.

1876 schlossen die preußischen Behörden das Kloster. Die Philippinen kehrten 1919 zurück. Das Konvikt wurde auch in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und in den Zeiten des Stalinismus liquidiert (in den Jahren 1954-1957 befand sich hier ein Internierungslager für Elisabethinen aus Schlesien). Papst Paul VI. setzte das Fest der Muttergottes vom Heiligen Berg (25. Juni) ein und verlieh dem Gotteshaus den Titel einer Basilica minor.
2008 wurde der Klosterkomplex auf dem Heiligen Berg auf die Liste der Denkmäler der Geschichte gesetzt.

Heute ist das Sanktuarium der Geistlichen Rose – Meisterin des Geistligen Lebens auf dem Heiligen Berg Ort geistlicher Exerzitien für alle Willigen.
Im Herbst findet hier das Festival der Oratorienmusik Musica Sacromontana statt.

Das monumentale barocke Gotteshaus wurde auf einem zentralen Plan angelegt. An das achtseitige Schiff mit Umführung grenzen das rechteckige Presbyterium und sechs Seitenkapellen. Über dem Schiff thront die Kuppel auf der Trommel; die Kapellen sind mit Wiegengewölben und die Umführung mit Kreuzgewölben bedeckt. Die Kuppel zieren Fresken von Georg Neunhertz von 1746 mit Szenen aus dem Leben des hl. Filippo Neri. Die reiche Innenausstattung ist hauptsächlich im Stil des Barock und Rokoko gehalten. Im Hauptaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Wunderbild der Muttergottes von 1540 mit dem Panorama von Gostyń im Hintergrund. In der Sakristei Rokokomöbel, abgestimmt mit der Architektur des Interieurs. Unter der Kirche befinden sich Grabkrypten.

Das spätbarocke Kloster ist mit dem Gotteshaus durch ein mehrgeschossiges Verbindungsgebäude verbunden. Die zweigeschossigen Gebäude bilden ein Viereck, das das quadratische Viridarium umgibt.

Der Gründer der Kongregation des Oratoriums des hl. Filippo Neri, die 1575 bestätigt wurde, war der hl. Filippo Neri (1515-1595). Die ersten philippinischen Oratorien in Polen entstanden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Gostyń, Poznań (1671), Studzianna (1674) und Zdzież bei Borek (1678). Alle wurden in der Zeit der Teilungen geschlossen; die Ordensbrüder kehrten nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Die Kongregation des Oratoriums des hl. Filippo Neri hat zwei charakteristische Merkmale, die Mönche legen keine Gelübde und Versprechen ab, und jedes Ordenshaus ist autonom. Die Tracht der Mönche ist die Sutane der Geistlichkeit aus der Diözese, auf deren Gebiet sich das Kloster befindet.


Adresse:
Święta Góra - Głogówko
63-800 Gostyń
Tel. +48 65 572 00 14


 

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