Das Schloss in Wenecja

Kapitel: Architektur
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WENECJA

Ein kleines Dorf in der Region Pałuki in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern, das zwischen den Seen Jezioro Weneckie, Jezioro Biskupińskie und Jezioro Skrzynka in einer Entfernung von ca. 8 km südlich von Żnin gelegen ist.

Die Geschichte des Ortes ist mit Mikołaj Nałęcz aus Chomiąża verbunden, der im 14. Jahrhundert in der Landenge zwischen den drei genannten Seen ein Schloss errichten ließ. Ihm fiel auf, dass die Lage seines neuen Sitzes der Lage des italienischen Venedig glich. Daher wählte er denselben Namen und nannte ihn also Wenecja (poln. für Venedig). 1411 erhielt Wenecja das Stadtrecht, das es bis zum 16. Jahrhundert behielt. Das Schloss in Wenecja hatte Mikołaj Nałęcz aus Chomiąża um 1395 erbauen lassen. Es war ein Steinbau mit Elementen aus Backstein, der auf einem quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 33 m errichtet wurde. Die günstige Lage zwischen drei Seen hob den Wert des Baus, der als Wehrburg fungierte. Das Schloss hatte in all den Jahren seines Bestehens fast immer einen schlechten Ruf. In den ersten Jahren lieferte Mikołaj Nałęcz den Grund dafür, der als Richter von Kalisz wegen seiner äußerst grausamen Urteile berüchtigt war. Das hatte ihm den Namen „Der Teufel von Wenecja“ eingebracht.  Als Wenecja 1435 in das Eigentum der Bischöfe von Gniezno überging, wurde das Schloss zum letzten Mal modernisiert. Diese Modernisierungsarbeiten leitete der aus Mähren geholte Georg aus Osseg. Damals wurde das Schloss mit einem Erdwall und einer zusätzlichen Mauer umgeben, die auf einem fünfeckigen Grundriss errichtet wurde.  Darüber hinaus wurde die Festung mit einer Steinwurfmaschine ausgerüstet, die Steinkugeln mit einem Durchmesser von 3,4 cm bis 25 cm zu schleudern vermochte. In jener Zeit bestand hier ein Gefängnis für Priester, die vom Kirchengericht verurteilt worden waren. Als der zweite Thorner Frieden (1466) geschlossen wurde, verlor das Schloss endgültig seine militärische Bedeutung. Von nun an begann sein allmählicher Verfall.  

Zurzeit bildet es eine malerische Ruine, die gern von Touristen bewundert wird, die das in der Nähe gelegene Schmalspurbahnmuseum sowie andere Attraktionen auf dem Piastenweg besichtigen. 

GPS-Koordinaten: 

N 52°47'50,71''
E 17°44'59,05''

 

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