Der Pranger in Poznań (Posen)

Kapitel: Architektur
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POZNAŃ (Posen)

Stadt an der Warta. Hauptstadt von Wielkopolska, der Woiwodschaft Wielkopolska und der Erzdiözese Poznań. Ein wichtiger Punkt auf dem Piastenweg.

Gemäß seiner Bestimmung war das Rathaus Sitz der Stadtbehörden und des Gerichts. In seinen Kellerräumen wurden die Angeklagten verhört, die Urteile wurden hingegen draußen vollzogen. Die Todesstrafe durch Erhängen wurde außerhalb der Stadtmauern vollstreckt, leichtere Urteile, s.g. Ehrenstrafen wurden am Pranger ausgeführt, der sich in direkter Nachbarschaft des Rathauses befand. Anfänglich war das ein hölzerner Pranger, der 1535 gegen einen steinernen ausgewechselt wurde. Die Mittel für seinen Bau wurden auf nicht alltägliche Weise beschafft...

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde eine Verfügung erlassen, die genau bestimmte, welches Gewand einer Dienstmagd ziemte. Die Fräulein Dienstmädchen, die sich nicht an obige Vorschrift halten wollten und sich weiterhin zu fesch kleideten, mussten mit Geldstrafen rechnen. Wenn das nicht half, wurden sie nach der dritten Ermahnung der Stadt verwiesen. Binnen drei Jahren hatte man den Betrag beisammen, der die Aufstellung eines steinernen Prangers ermöglichte. Auf seiner Spitze wurde die Figur eines Henkers angebracht. 1925 wurde die abgenutzte Figur gegen eine neue ausgetauscht, die von dem berühmten Bildhauer Marcin Rożek angefertigt wurde. Die alte historische Figur gelangte nach der Restaurierung in das Historische Museum der Stadt Poznań.

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