Die Insel Ostrów Tumski in Poznań (Posen)

Kapitel: Touristik
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POZNAŃ (Posen)

Stadt an der Warta. Hauptstadt von Wielkopolska, der Woiwodschaft Wielkopolska und der Erzdiözese Poznań. Ein wichtiger Punkt auf dem Piastenweg.

Die Insel Ostrów Tumski ist der älteste Teil der Stadt. Sie liegt zwischen den Armen der Warta und der Cybina. Eben hier nahm die Geschichte von Poznań und Polen ihren Anfang. Im 10. Jahrhundert errichtete Herzog Mieszko I auf der Insel eine Burg mit einem herzoglichen Palatium — dem ersten weltlichen Steinbau auf polnischem Boden. 965 holte er die böhmische Prinzessin Dobrawa hierher und 966 nahm er die Taufe an. Kurz darauf wurde mit dem Bau des ersten Doms in polnischen Gebieten begonnen.

Die herzogliche Burg hatte die Form eines Ovals mit den Abmessungen 80 x 100 m und befand sich dort, wo heute die Kirche der Allerheiligsten Jungfrau Maria in Summo (lat. in der Burg) emporragt. Sie war von einem mächtigen Schutzwall (10–12 m hoch und an der Basis ca. 20 m breit) umgeben. Direkt an die Burg schloss sich die etwas größere Unterburg an, dort, wo sich heute der Dom erhebt. Auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Zagórze befand sich eine Handelssiedlung. Von der Macht der Burg zeugt die Tatsache, dass der deutsche Kaiser Heinrich II. 1005 mit seiner Armee von Poznań abzog, da er keine Möglichkeit sah, es einzunehmen.

Die Burg in Poznań wurde während des Überfalls des böhmischen Herzogs Bretislav 1038 zerstört. Als Kasimir der Erneuerer das Riesenausmaß der Zerstörungen sah, verlegte er die Hauptstadt zeitweilig nach Krakau, und so ist es dann für einige Jahrhunderte geblieben. Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt Poznań das Stadtrecht und wurde auf das linke Wartaufer verlegt. Die Insel Ostrów Tumski wurde damals Eigentum der Bischöfe und erhielt ein paar Jahre später unabhängig von Poznań das Stadtrecht.

1519 gründete Bischof Jan Lubrański hier eine Akademie — die erste Schule in polnischen Gebieten, in der nach neuen humanistischen Grundsätzen unterrichtet wurde. Derzeit befindet sich im Gebäude der Lubrański-Akademie das Erzdiözesanmuseum. Größere Änderungen erfolgten erst während der Zeit der Teilungen. 1797 wurden die Kirchengüter konfisziert und drei Jahre danach wurde die Insel Ostrów Tumski Poznań einverleibt.
 

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