Interessante Objekte und Orte in Großpolen (Wielkopolska)

Die Bibliothek der Familie Raczyński in Poznań (Posen)

Herb Die Bibliothek der Familie Raczyński in Poznań (Posen)

POZNAŃ (Posen)

Stadt an der Warta, Hauptstadt der Woiwodschaft, der Region und des Erzbistums Poznań. Wichtiger Punkt auf dem Piastenweg.

Als Poznań 1795 dem preußischen Teilungsgebiet einverleibt wurde, wurde die Stadt, die bisher innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern Platz gehabt hatte, für die hereinströmende Welle preußischer Beamter und Soldaten zu eng. Also wurde der Beschluss gefasst, die Stadtmauern abzutragen und die Stadt in westlicher Richtung auszubauen. An dem neu abgesteckten Platz erwarb Edward Raczyński eine Parzelle für den Bau einer öffentlichen Bibliothek. Ihr Entwurf war der östlichen Fassade des Louvre nachempfunden. Beim Bau des Gebäudes wurden technische Neuheiten genutzt. Die Säulen, welche die Fassade der Bibliothek schmücken, wurden aus dem damals in Mode stehenden Gusseisen angefertigt. In die Decken, die die einzelnen Etagen voneinander trennen, wurden Metallbleche montiert, die einen Brandschutz bilden sollten.

Die Bibliothek wurde am 5. Mai 1829 zur Nutzung übergeben. Dem Wunsch des Stifters gemäß durften alle Bewohner der Stadt ungeachtet ihrer Nationalität oder ihres Geschlechts die Sammlungen nutzen. Die einzige Einschränkung war, dass lediglich die Polen leitende Funktionen ausüben durften. Der Großteil der Büchersammlung stammte von Edward Raczyński und seiner Frau Konstancja. Das waren sowohl Werke aus der Epoche der Stifter als auch über die Jahre zusammengetragene Altdrucke und Handschriften. Sie überdauerten in unversehrtem Zustand bis zum Zweiten Weltkrieg, als im Februar 1945 alle im Gebäude befindlichen Bücher infolge eines Brands vernichtet wurden. Das zerstörte Gebäude wurde in den Jahren 1953-1956 wieder aufgebaut.

Derzeit ist die Bibliothek der Familie Raczyński die älteste wirkende polnische Bibliothek und gehört zu den größten öffentlichen Büchereien im Land. In ihrem Besitz befinden sich ca. 2 Millionen Positionen, wovon über 200.000 die so genannten Sondersammlungen bilden, die aus Handschriften, Altdrucken und Landkarten bestehen. Zu den wertvollsten in den Sammlungen gehören die Handschrift eines Kodexes von 1460 mit theologischen Traktaten von Augustinus Triumphus von Ancona, Werke von Stanisław Hozjusz von 1553 oder Drucke von Mikołaj Rej von 1568.

 

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