Widerstandsbewegung in Wielkopolska

Widerstandsbewegung in Wielkopolska

In Wielkopolska wurden die Bevölkerungsverhältnisse durch Massenaussiedlungen polnischer Familien verändert, an deren Stelle deutsche Siedler aus anderen Teilen Osteuropas geholt wurden, anders waren die Verwaltungsrealitäten und sogar die Geländebedingungen. In Wielkopolska konnte sich die Konspiration nicht in einem solchen Maßstab entwickeln wie in Zentralpolen, ganz zu schweigen von Partisanengruppierungen und bewaffnetem Kampf.

Im Februar 1942 wurden in Poznań deutsche Lager im Binnenhafen verbrannt - eine erfolgreiche Aktion (die s.g. Aktion „Bollwerk”). Nach der Gründung der Landesarmee (Armia Krajowa – AK) wirkte in Wielkopolska das Kommando des Bereichs West der AK, dem neun Inspektorate unterstanden: Poznań, Ostrów Wielkopolski, Środa Wielkopolska, Leszno, Gniezno, Wągrowiec, Nowy Tomyśl, Szamotuły und Krotoszyn. Im Januar 1944 zerschlug die Gestapo den AK-Stab des Bezirks Poznań; verhaftet wurde auch der Kommandant dieser Organisation, Oberst Henryk Kowalówka.

Die bekannteste polnische konspirative Gruppe in den Jahren der deutschen Besatzung wurde von Dr. Franciszek Witaszek geleitet. Ihr gehörten Ärzte und Laboranten an, die das nötige Sabotagematerial vorbereiteten, darunter eine toxische Substanz, die einen zum Tode führenden Krankheitsprozess auslöste. Dieses Mittel wurde zur Liquidierung deutscher Beamter und Gestapo-Beamter, die für die polnische Widerstandsbewegung besonders gefährlich waren, eingesetzt. Die Laboranten stellten auch Substanzen, die eine Korrosion hervorriefen, sowie Thermitbomben, die benutzt wurden, um Brände in deutschen Transporten zu entfachen, her. Im April 1942 wurde die Gruppe von Dr. Witaszek enttarnt, fast alle ihre Mitglieder wurden von der Gestapo verhaftet. Nach einem schweren Ermittlungsverfahren wurden sie am 8.1.1943 hingerichtet. Ihre Körper wurden eingeäschert, ihre Köpfe hingegen dienten den Hörern der Reichsuniversität Posen die folgenden drei Jahre lang als „Exponate“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige von ihnen identifiziert (von Franciszek Witaszek, Henryk Günther, Sonia Górzna und Helena Siekierska) und an den Hängen der Zitadelle von Poznań feierlich beigesetzt.

 

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